Organisationsentwicklungs-Forum mit Dirk Baecker,
PH Oberösterreich, am 15. März 2016 >>

 

1. Interdisziplinarität und Ganzheitlichkeit werden verbreitet gefordert,
können aber wohl nicht auf neuzeitliche Errungenschaften
wie Differenzierung und Spezialisierung verzichten.

2. Theorie und Praxis sind nur auf den ersten Blick Gegensätze.
Sie liegen als Kategorien orthogonal zueinander und fallen im Konkreten zusammen,
wie z.B. als Praxis der Theoriebildung oder als Theorie der Alltagspraxis.

3. Hausverstand und Wissenschaftlichkeit haben beide ihre Berechtigung.
Sie sind begrenzt funktional äquivalent. Für die Orientierung im Alltag
reicht es aus, zu wissen, dass »die Sonne im Osten aufgeht«.

4. Form und Inhalt lassen sich zwar im analysierenden Erkennen unterscheiden,
nicht jedoch im synthetischen Erleben trennen. Zum Beispiel kann »Qualitätsmanagement«
sich nicht auf das Prinzip »form over content« zurückziehen.

5. Bildung und Ausbildung sollten ebenfalls nicht nach dem Prinzip »form over content«
als eine an kurzfristigen Zielen (z.B. Akademiker/innen-Quote) orientierte
Inflation der formalen Diplome vorangetrieben werden.

6. Pädagogik und Didaktik in der Lehre kann nicht bedeuten,
nur im Sinne einer »McDonaldisierung« durch Animation in Urlaubsstimmung zu versetzen
oder durch Anrichten kleiner Häppchen die Bekömmlichkeit zu erhöhen.

7.   Strategie und Serendipity ergänzen einander,
da man auf Umwegen eher die Gegend kennenlernt bzw. Chancen für die Zukunft erkennt
als auf linearen, vorgezeichneten Wegen durch Monokulturen.

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