»Liebe für den zweiten Blick« bedeutet vor allem, nicht nur bei dem, was offensichtlich der Fall zu sein scheint, stehen zu bleiben, sondern sich Offenheit zu bewahren für das, was dahintersteckt oder erst entdeckt werden muss, und dabei nicht einfach nur die normative Kraft des Faktischen zu akzeptieren, sondern Kreativität zu nutzen, um neue Perspektiven und Sichtweisen jenseits des bereits Bekannten, Konventionellen zu entwickeln. 

 

»SOZIOLOGIE IST NUN ABER NICHT DIE LEHRE VOM ERSTEN BLICK, SONDERN DIE LEHRE VOM ZWEITEN BLICK. UND AUF DEN ZWEITEN BLICK KOMMEN FRAGEN UND BEDENKEN HOCH.«

(Niklas Luhmann, »Unverständliche Wissenschaft«, in: Ders., Soziologische Aufklärung 3, 1981)